Bericht über den Flexchair vom Pferdesportjournal in der Ausgabe 09/2017


Artikel in der Pferde Rhein Main im Aug 2017


Artikel vom Pferdesportjournal 01/2017


Beitrag vom www.pferde-magazin.info am 18. Mai 2016

 

Die eigene Reitweise verbessern? Gerne! Doch wie? Vor allem Reiter ohne den perfekten „Pferde-Lehrmeister“ können oft nur schlecht effektiv am eigenen Sitz arbeiten - vor allem auf Pferden, die noch sehr jung sind oder einfach nicht korrekt geritten.

 

Mit dem Reitsimulator ist Selbstkontrolle optimal möglich.

 

Ein Großteil der Reiter ist gerne bereit, die eigene Reitweise zu verbessern und sich korrigieren zu lassen. Oft ist das aber gar nicht so einfach: Entweder fehlt der richtige Trainer oder das passende Pferd. Vor allem weniger fortgeschrittenen Reitern steht nur selten ein Pferd zur Verfügung, das korrekt und fein auf die Hilfen reagiert. Wir stellen Ihnen nun den Reitsimulator vor, mit dem dieses Problem ganz einfach gelöst werden kann.

 

Der Reitsimulator

Der Reiter kann sich auf dem Reitsimulator komplett auf sich selbst konzentrieren und muss nicht gleichzeitig auf das Pferd einwirken. So lassen sich z. B. theoretische Abläufe in Ruhe trainieren und verinnerlichen, so dass sie auf dem Pferd später einfacher und schneller umsetzbar sind. Durch die reine Konzentration auf sich selbst ist die Körperwahrnehmung sehr effektiv und fördert das eigene Körperbewusstsein. Durch die modernen Sensoren wird sichtbar, welche kleinen Veränderungen im Körper, welche Auswirkungen auf dem Pferd haben. Dadurch kann vom Anfänger bis zum Profi jeder auf seinem persönlichen Level trainieren. Auch Angstreiter können sich hier mental vorbereiten und z. B. das Angaloppieren in Ruhe und taktgenau üben. Dressurlektionen wie z. B. der Fliegende Wechsel können hier stundenlang trainiert werden, ohne dem Pferd zu schaden.

Pferdia TV/ Bericht 13.01.2016

Auf dem Reitsimulator

von Jeannette Aretz

Datum: 13.01.2016


 

Der Rappe erschrickt nie, ist nicht schief und geht immer über den Rücken. Allerdings hört er auch nicht auf die Reiterstimme. Gestatten: Das ist Black Beauty, der Dressur-Reitsimulator. Zuhause ist er in Langenselbold bei Frankfurt. Pferdiathek-Projektleiterin Sonya Hudson machte sich auf, um das Gerät zu testen. 

 

Black Beauty steht in einer Praxis. Er ist gesattelt und wer auf ihn steigt, blickt über die Ohren des Pferdes auf einen Computerbildschirm. Sonya Hudson hat zwei Reitstunden mit Black Beauty gebucht: eine Sitzanalyse und eine Einheit mit einer Centered-Riding-Trainerin.

 

Computer mit Grand-Prix-Lektionen

Black Beautys Körper ist mit vielen Sensoren und einer intelligenten Software verknüpft. Das Modell ist von der Firma racewood aus England. Drei Dressur-Reitsimulatoren stehen im deutschsprachigen Raum: einer in München, einer in Frankfurt, einer in Zürich. Programmiert sind alle Lektionen von Rückwärtsrichten bis zur Passage und Piaffe. Sonya Hudson soll in ihrer ersten Einheit alle Gangarten reiten, ohne auf etwas Bestimmtes zu achten. Schritt, Trab, Rechtsgalopp, Linksgalopp. Black Beautys Besitzerin, Anja Schade, wählt die Gangarten aus. Das kann der Reiter auch selbst über die normale Hilfengebung machen, für die Sitzkontrolle wählt Anja Schade aber zunächst die externe Steuerung. Der Computer im Simulator misst dabei den Zügeldruck, die Schenkellage, und analysiert, wo der Reiter wie viel Gewicht in den Sattel gibt. Genau stellt das Programm fest, wo die Sitzbeinhöcker zum Einsatz kommen, ob es Abweichungen ihrer Lage nach vorn oder hinten gibt. Lage und Druck der Schenkel messen drei Sensoren, der Zügelkontakt wird ebenso ausgewertet. Auf dem Monitor erscheinen die Ergebnisse als Balkendiagramm oder beim Zügeldruck in einem Farbschema von grün nach rot.

 

Der verzwickte Rechtsgalopp

Dass Sonya Hudson den Dressurreit-Simulator testen wollte, hat einen besonderen Grund: Sie reitet daheim ein junges vierjähriges Pferd, und im Reitkurs mit Elaine Butler (hier nachzulesen), stellten Trainerin und Reitlehrerin fest: Der Linksgalopp funktioniert prima, der Rechtsgalopp ist tendenziell jedoch länger und flacher. Elaine Butler sah, dass dies an Sonyas Sitz lag, bzw. daran, dass die Reiterin auf der linken Hand mehr Kontrolle über die Bewegung ihrer Sitzbeinhöcker hatte als im Rechtsgalopp, und sagte: „Am liebsten würde ich Dich jetzt eine Viertelstunde auf einen Reitsimulator setzen, damit wir das unter Kontrolle bekommen.“ In England, Elaine Butlers Heimatland, sind diese Simulatoren nämlich üblicher, an die 300 Stück verteilen sich auf das Land. Das war für Sonya Hudson der Anstoß, sich aufzumachen und den Simulator zu testen. Schließlich kann ihr junges Pferd ja nicht 15 Minuten am Stück daher galoppieren, damit die Reiterin in aller Ruhe Übungen für den Sitz im Galopp machen kann. 

 

20 Minuten helfen enorm

Der größte Vorteil des Simulators liegt darin, für eine längere Phase etwas fortwährend auszuprobieren. Ein Beispiel: Ein Grand-Prix-Dressurreiter, der stets Probleme mit den Einerwechseln hatte, übte die Einerwechsel auf dem Simulator. Hier zeigte sich, dass er zeitlich versetzt trieb. „Es hat zwanzig Minuten gedauert, bis er das Timing richtig drin hatte“, erzählt Sonya Hudson, der Effekt war aber anhaltend. Er konnte diese Bewegungserfahrung am echten Pferd weiter anwenden.

Bei Sonya Hudson bestätigte die Messung die Einschätzung von Elaine Butler. Während Sonyas Gesäßknochen im Linksgalopp nur minimale Abweichungen von ihrer idealen Gleichgewichtsposition zeigen und dem Pferd mehr Stabilität geben, zeigte die Analyse deutlich größere Abweichungen und Instabilität im Rechtsgalopp. „Ich wusste ja, dass meine Sitzbeinhöcker im Rechtsgalopp nicht machen, was sie sollen und dass mein rechtes Bein nicht ruhig genug liegt im Rechtsgalopp, aber ich wusste nicht, wie ich das ändern soll“, sagt Sonya Hudson. Um etwas daran zu ändern, nahm sie im Anschluss an die Sitzanalyse eine weitere Reitstunde mit einer Centered Riding Ausbilderin. Diese Methode, entwickelt von der Amerikanierin Sally Swift, arbeitet mit Bildern, um dem Reiter mehr Körperbewusstsein zu vermitteln und so den Sitz zu verbessern.

 

Centered-Riding-Trainerin Ljudmila Schmid nutzte für Sonya Hudson zum Beispiel folgende mentale Aufgabe: „Stelle Dir vor, dass Dein rechter Beckenknochen von einem Angelhaken nach vorne-oben gezogen wird und zwar immer dann, wenn sich die rechte Schulter von deinem Pferd heben soll." Bei der Live-Analyse konnte man deutlich sehen, wie sich das Mitschwingen auf der rechten Hand verbesserte. „Besser angefühlt hat es sich natürlich auch", berichtet Sonya Hudson. Nachteile des Simulators? Es gibt keine Vorkommnisse außerhalb der Norm: Ein Herausheben oder Erschrecken kennt Black Beauty nicht. Programmiert ist er auf die Standard-Hilfengebung. „Ich pariere mein Pferd daheim durch Ausatmen durch – das kennt der Simulator natürlich nicht“, sagt Sonya Hudson.

 

Einerwechsel: Häkchen dran

Der große Vorteil vom Simulator im Vergleich zum echten Pferd: Der Ausbilder kann im Galopp einfach neben dem Schüler stehen und ihn so sehr eng begleiten. So kann das richtige Timing und der richtige Ablauf mehrfach geübt werden. Und zwar so lange, bis die Bewegung für den Reiter klar und wiederholbar ist. „Ich konnte vorher das neue Bewegungsmuster mal eine kurze Seite lang halten, dann war es wieder weg, weil ich mich beim lebendigen Pferd ja auch auf dieses konzentrieren muss. Dadurch verlieren sich neue Bewegungserfahrungen schneller.“ Nach dem Ritt auf dem Dressurreit-Simulator kann Sonya Hudson besser als zuvor daheim am richtigen Sitz im Galopp arbeiten: „Einfach, weil ich das neue Bewegungsmuster auf dem Simulator besser festigen konnte.“ Der Grand-Prix-Reiter, der wegen der Einerwechsel zum Simulator kam, soll nach seiner Lehrstunde übrigens auch keine Schwierigkeiten mehr mit dieser Lektion haben. 


Pferde Rhein-Main/ Ausgabe November 2015

Zeitungsartikel in der Pferde Rhein-Main in der Novemberausgabe, Besucher beim Dressur Reitsimulator
Zeitungsartikel in der Pferde Rhein-Main in der Novemberausgabe, Besucher beim Dressur Reitsimulator

Zeitungsartikel vom 05.09.15 Langenselbolder Zeitung